ALFABETIER

Alfabetier

"Alphabetisierung in 3 Sprachen - Volksschule"
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Mehrsprachige Alphabetisierung „Alfabetier“ vorstellen:

Spracherwerb in spielerischer Form kann jetzt auf der Grundlage neuer didaktischer Materialien erfolgen. Der Bereich Innovation und Beratung des Ladinischen Bildungs- und Kulturressorts (ex Ladinisches Pädagogisches Institut) hat neue Lehrmaterialien zur mehrsprachigen Alphabetisierung ausgearbeitet, um auf die Bedürfnisse der Schüler/Schülerinnen einzugehen, die in einem Umfeld aufwachsen, der von einer „natürlichen“ individuellen bzw. gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit geprägt ist. Damit soll der Weg angebahnt werden, um an allen Grundschulen der ladinischen Ortschaften mehrsprachige Kinder durch eine systematische Alphabetisierungsmethode zu alphabetisieren, ihre Kompetenzen zu nutzen und sie planvoll zu fördern. Bereits seit mehreren Jahren versuchen einzelne Lehrpersonen der heterogenen Klassensituation gerecht zu werden, indem sie innovative Materialien für den Schriftspracherwerb entwickeln. Bereits erprobte Ideen und praktische Tipps wurden nun aufgegriffen und gesammelt und vom Bereich Innovation und Beratung ausgearbeitet und herausgegeben.
Es soll nach einem koordinierten multilingualen Alphabetisierungskonzept gearbeitet werden, bei dem die Alphabetisierung in Mutter- und Zweit- bzw. Drittsprache koordiniert und gleichzeitig abläuft. Im Einzelnen findet eine Koordination der Schriftsysteme, der Sprachen im Sprachvergleich, der Leselernmethoden und der Unterrichtsstile statt. Als Ziel ist die langfristige Beherrschung aller drei Landessprachen angestrebt.
Die Kinder können dadurch beinahe gleichzeitig in ihrer Erstsprache den Buchstabenkanon und seine Eigenheiten kennen lernen als auch in der Zweit- und Drittsprache. Durch eine kontrastive Arbeitsmethode lernen die Kinder Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Sprachen kennen, wobei ein gewisses Maß an Vergleiche - Ziehen zwischen den Sprachen angebahnt wird, was beim Erlernen von weiteren Sprachen einen großen Vorteil darstellt.
Die ladinischen Schüler werden also in allen drei Landessprachen an das Lesen und Schreiben herangeführt, wobei das Sprachbewusstsein durch den Sprachvergleich gefördert werden soll.
Ausgehend von dieser Überzeugung, dass es ein entscheidender Vorteil und eine große Hilfe für das Kind ist, wenn ihm die Möglichkeit geboten wird, sich die Grapheme so anzueignen, dass es sie mit Anlautbildern der eigenen Muttersprache verbinden kann, ist die Materialiensammlung „Alfabetier“ entstanden.
Es wurden Anlautplakate mit dazugehöriger Anlauttabelle entwickelt, in denen die Anlaute im Deutschen, Italienischen, Ladinischen und Englischen mit gleichen Objekten dargestellt sind. Aufgrund der phonologisch-graphematischen (Laut-Buchstabe) Entsprechungen der verwendeten Wörter erleichtert die Arbeit mit dieser Anlauttabelle den mehrsprachigen Kindern das freie Schreiben, da sie nicht ständig umdenken und übersetzen müssen.
Auf derselben Grundlage sind auch die Lernspiele entstanden, welche auf dieselben Anlautbilder aufbauen. Zur Materialiensammlung gehören Wort-Bild-Kärtchen, Taschenalphabet, Wort-Bild-Memory, Buchstabenkarten, Laut-Bild-Domino, Wort-Bild-Domino, Würfelspiel, Bingo, Gänsespiel und Silbenkärtchen.
Während einige Materialien in allen Sprachen Verwendung finden, so sind andere wieder für die Alphabetisierung einer speziellen Sprache gedacht, etwa wenn  besondere Laute so wie Buchstabenverbindungen einer der drei Sprachen eingeführt werden sollen.  In diesem Falle verrät uns, als Zusatzhilfe, die Schriftfarbe, bzw. die Hintergrundfarbe, um welche Sprache es sich handelt:
grün – Ladinisch
gelb – Italienisch
rot – Deutsch

Die Auswahl der  benutzten Wörter erfolgte jedoch nicht ausschließlich auf Grund der gemeinsamen Anlaute, sondern auch nach der Idee einer thematischen Anknüpfung an die Lebenswelt der Kinder. Die kindgerechte und ansprechende Gestaltung des gesamten Materials soll den Kindern motivierende Zugänge zur Schriftsprache liefern.
Die Arbeit mit diesen Lehr- und Lernmaterialien erfordert eine didaktische, methodische und inhaltliche Koordination der beteiligten Lehrpersonen. Es genügt nicht allein die linguistische Kompetenz möglichst aller drei Sprachen, sondern auch eine didaktische Kompetenz zur Vermittlung und Förderung der Sprachen durch eine mehrsprachige Person oder ein mehrsprachiges Team, das eng und gut zusammenarbeiten können muss. Die Lehrpersonen müssen der sprachlichen Vorerfahrung aller Kinder gerecht werden und diese unter Umständen mittels binnendifferenzierender Maßnahmen zur Mehrsprachigkeit entwickeln.

Dieses Material ist in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Mehrsprachige Alphabetisierung“, bestehend aus Lehrpersonen der Grundschulen Grödens und des Gadertales  (Michela Delazer, Marlis Goller, Rita Konrater, Agata Kostner, Savina Kostner, Irmgard Perathoner, Manuela Piccolruaz, Lara Pezzei, Cristina Rubatscher, Valeska Senoner, Angelina Sorà), unter der Koordination von Veronica Rubatscher und Claudia Rubatscher, der Fachberaterin Prof. Lerida Cisotto. Die eindrucksvollen Illustrationen entstammen der Feder der Barbara Mühlmann, für das grafische Konzept zeichnet Felix Ploner.
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